Der Jahresempfang der Handelsverbände ist die festliche Jahresauftaktveranstaltung für die Handelsbranche in Nordrhein-Westfalen. Bereits seit Jahrzehnten laden der Handelsverband NRW und der Handelsverband NRW Rheinland gemeinsam zu Beginn eines jeden Jahres Vertreter aus Handel, Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit zu einem festlichen Abendessen ein. Die Veranstaltung findet traditionell in der Landeshauptstadt Düsseldorf statt.

Der Termin für den Jahresempfang 2021 wird schnellstmöglich bekanntgegeben.

Der Jahresempfang 2020 sollte am 19. März 2020 stattfinden. Leider musste unsere Veranstaltung aufgrund der Coronakrise abgesagt werden. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen 2021! Der Termin wird schnellstmöglich bekanntgegeben.

Erreichbarkeit der Innenstädte, Digitalisierung, Ladenöffnungsgesetz: der NRW-Einzelhandel im Umbruch

Am Abend des 26. März 2019 begrüßten der Handelsverband NRW (HV NRW) und der Handelsverband NRW – Rheinland (HVR) knapp 200 geladene Gäste aus Politik, Öffentlichkeit und Wirtschaft zum Jahresempfang des nordrhein-westfälischen Einzelhandels. Als Gastredner durften die Wirtschaftsverbände den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen Armin Laschet willkommen heißen.

Michael Radau, Präsident des Handelsverbandes NRW, nahm in seiner Rede zur Lage des Einzelhandels kein Blatt vor den Mund und sprach über erfreuliche und weniger erfreuliche Dinge, die die Branche derzeit beschäftigen: Er ließ das vergangene Jahr für die Gäste vor Ort Revue passieren und warf einen Blick in die nahe Zukunft. In Anlehnung an das 100-jährige Jubiläum des Handelsverbands Deutschland HDE in diesem Jahr wies Radau auf die Leistungen des Handels für die Gesellschaft hin, darunter Stabilität, Versorgungssicherheit und verlässliche Arbeitsplätze.

Dabei verlor er nicht aus dem Blick, dass sich der Handel in einer massiven Veränderungsphase befindet. So verzeichne der Handel zwar das neunte Jahr mit Umsatzsteigerungen in Folge, diese seien jedoch maßgeblich durch den Onlinehandel begründet: „Mehr als die Hälfte des gesamten Umsatzwachstums im Einzelhandel ist auf den Onlinehandel zurückzuführen!“ So löse sich auch der vermeintliche Widerspruch auf, dass in vielen Innenstädten die Besucherzahlen rückläufig seien.

Unterstützung für den stationären Handel als wichtiger Bestandteil vitaler Innenstädte

Diese Zahlen belegte jüngst das IFH Köln in seiner nun bereits zum dritten Mal durchgeführten Studie „Vitale Innenstädte“. Demnach ist „Einkaufen“ nach wie vor der häufigste Grund, warum eine Innenstadt überhaupt besucht wird. Dieser Wert ist seit 2014 um absolut 10 Prozentpunkte gesunken: „Eine erschreckende Entwicklung!“, so Radau. Zwei weitere wichtige Erkenntnisse aus der Studie: Auch bei gutem ÖPNV-Angebot reisen immer noch knapp die Hälfte der Kunden mit dem Auto an und digitale Angebote gewinnen an Relevanz. Aus den Ergebnissen der Studie lässt sich einiges ableiten: Oftmals werde der Einzelhandel als Selbstverständlichkeit wahrgenommen, sei aber die maßgebliche Bestimmungsgröße für die Wahrnehmung einer Stadt. Radau: „Einmal verödete Stadt- oder Stadtteilzentren sind verloren und lassen sich nur schwer revitalisieren.“

Auch die Digitalisierung beschäftigt den Einzelhandel weiterhin. „Wer im Markt langfristig bestehen will, muss […] zumindest eine Strategie haben, in welchem Maße man online aktiv sein will.“, mahnt Radau an und dankt der Landesregierung für ihre Unterstützung bei diesem wichtigen Thema. Über einen Zeitraum von drei Jahren sollen vom Land geförderte Digitalcoaches eingesetzt werden, die konkret und vor Ort Digitalisierungshemmnisse insbesondere im mittelständischen Einzelhandel identifizieren und Lösungen anbieten sollen.

Ohnehin zeige sich an einem Abend wie diesem die gute Zusammenarbeit mit der Landesregierung und den Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Die Gesprächsbereitschaft und das offene Ohr seien immer vorhanden und die Wertschätzung zeige sich nicht zuletzt in dem unmittelbar nach Beginn der Legislaturperiode novellierten Ladenöffnungsgesetz. Leider sei es hier aber nicht gelungen, die beabsichtigte Rechtssicherheit zu schaffen. Präsident Radau bat die anwesenden Regierungsvertreter eindringlich darum, noch einmal im Gesetz nachzujustieren: „Viele Kommunen und Städte gehen das Thema gar nicht mehr richtig an […] Wir wollen keine generelle Öffnung an Sonntagen! Aber die Sonntage, die als verkaufsoffene Sonntage beantragt werden dürfen, sollten dann auch stattfinden, und zwar nach Möglichkeit an den Tagen, die für den Handel passen und sinnhaft sind.“

In seiner Ansprache an die Gäste beleuchtete Ministerpräsident Armin Laschet besonders die Bedeutung des anstehenden Brexits auch für die nordrhein-westfälische Wirtschaft und mahnte einen engeren Zusammenhalt in Europa an. Die Landesregierung sei sich der besonderen Bedeutung des Einzelhandels gerade auch in Nordrhein-Westfalen bewusst und habe bei den  wirtschaftspolitischen Handlungsschwerpunkten Digitalisierung, Fachkräftesicherung, Bildung, Verkehrspolitik und Bürokratieabbau stets auch den Einzelhandel im Blick.

Der Jahresempfang der Handelsverbände ist die Jahresleitveranstaltung der nordrhein-westfälischen Einzelhandelsorganisation. Unter den rund 200 Gästen der Veranstaltung begrüßte der NRW-Einzelhandel den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet und Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel, zahlreiche Abgeordnete der Parlamente, Bürgermeister, Vertreter des diplomatischen Corps und der Kommunalpolitik sowie Führungskräfte aus Handel und Wirtschaft.

Durch den Abend führte die bekannte WDR-Moderatorin Gisela Steinhauer. Für den musikalischen Rahmen sorgten Sascha Blejwas und Alex Clouet als akustisches Duo „Gitarre mal Zwei“.

Impressionen des Abends

Wirtschaftsfaktor, Städte-Attraktion, Job-Motor: Der NRW-Einzelhandel muss nun zukunftsfähig gestalten werden

Am Abend des 12. März 2018 begrüßten der Handelsverband NRW (HV NRW) und der Handelsverband NRW – Rheinland (HVR) knapp 250 geladene Gäste aus Politik, Öffentlichkeit und Wirtschaft zum Jahresempfang des nordrhein-westfälischen Einzelhandels.  Als Gastredner durften die Wirtschaftsverbände Karl-Uwe Bütof, Abteilungsleiter „Innovationen und Märkte“ im Wirtschaftsministerium NRW begrüßen, der den nordrhein-westfälischen Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart aufgrund kurzfristiger Erkrankung vertrat.

Karl-Uwe Bütof (Ministerialdirigent Wirtschaftsministerium NRW), Michael Radau (Präsident HV NRW), Thomas Geisel (Oberbürgermeister von Düsseldorf), Dr. Peter Achten (Hauptgeschäftsführer HV NRW) (v.l.) (Foto: Volker Wiciok)

Michael Radau, Präsident des Handelsverbandes NRW, nutzte den Abend, um mit den Gästen vor Ort auf das vergangene Jahr im Einzelhandel, aber auch auf die nahe Zukunft zu blicken. Dabei wurde deutlich: Der Handel in NRW muss jetzt zukunftsfähig gestaltet werden, um auch künftig wirtschaftskräftiger Job-Motor und attraktiv für Besucher von Städten und Kommunen zu bleiben. Insbesondere die Herausforderungen der Digitalisierung gilt es zu meistern, jedoch bereiten der Branche auch die Diesel-Fahrverbote sowie das neue EU-Datenschutzgesetz Kopfzerbrechen. Letzteres stelle insbesondere in Zeiten, in denen die Digitalisierung des Einzelhandels vorangetrieben werden sollte, ein massives Plus an Bürokratie für jeden Geschäftstreibenden dar, so Radau. Bis zu 200 Datenschutzanfragen pro Monat werden Unternehmen durchschnittlich nach Inkrafttreten der neuen Datenschutzgrundverordnung ab Mai beantworten müssen, wofür schlimmstenfalls mehrere Mitarbeiter ausschließlich beschäftigt sein könnten. Das Resümee Radaus: „Ein kleiner Einzelhändler ist weder in der Lage diese Mammut-Aufgabe zu bewältigen, noch die Strafen in drakonischer Höhe zu begleichen, die es später hageln könnte.“ Radau betonte deutlich, dass manches Unternehmen der neuen Verordnung nicht standhalten könnte – und dass der Schutz von Personendaten besser dort geschaffen würde, wo auch die neue EU-Verordnung nicht greift: etwa zur Kontrolle amerikanischer Unternehmen, die mit den hierzulande erhobenen Daten Milliardenbeträge von der Werbeindustrie erhalten. Die Digitalisierung des NRW-Einzelhandels voranzutreiben, sei nun eine der entscheidenden Aufgaben der Branche, sagte Radau und sprach dem Wirtschaftsministerium seinen Dank für die Unterstützung aus.

Ministerialdirigent Karl-Uwe Bütof sieht die Zukunft des Handels digital (Foto: Volker Wiciok)

Karl-Uwe Bütof, Abteilungsleiter „Innovationen und Märkte“ im Wirtschaftsministerium NRW, in Vertretung für NRW-Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart, betonte in seiner Rede: „Die Zukunft im Handel ist digital. Das ist aber keineswegs gleichbedeutend mit Online-Shopping. Es geht vielmehr darum, Prozesse, Kommunikation und Infrastruktur sowie die Dienstleistung selbst neu zu denken. Wir unterstützen den Einzelhandel dabei gezielt, diesen Herausforderungen durch kluge Konzepte und Strategien zu begegnen. So können wir unseren Beitrag dazu leisten, diese für Nordrhein-Westfalen wichtige Branche zukunftsfest zu gestalten.“ Bütof lud alle Teilnehmer des Jahresempfanges ein, sich an dem neuen Projektaufruf „Digitalen und stationären Einzelhandel zusammendenken“ mit innovativen Konzepten zu beteiligen.

Michael Radau bekräftigte diese Worte: NRW brauche den Blick nach vorne, der Wachstum, Pioniergeist und Innovationskraft schaffe. Er appellierte an jeden einzelnen Akteur aus dem Handel, der Politik sowie aus Städten und Kommunen, Selbstverantwortung und Engagement voranzutreiben: „Es gilt nun, alle Stärken zu bündeln, um den Einzelhandel auch weiterhin zukunftsfähig zu gestalten.“ Solange den Menschen die Möglichkeit zum Einkaufen in ihrer Freizeit an ausgewählten Sonntagen versagt würde, solange Händler nicht digitaler würden, um attraktive Services anbieten zu können oder solange das Parken in Städten horrende teuer sei, müsse sich niemand wundern, wenn Kunden verloren gingen, etwa an Online-Anbieter.

Besonderer Dank für die Novelle des neuen Ladenöffnungsgesetzes NRW, welches in Kürze in Kraft treten soll, galt NRW-Minister Prof. Dr. Andreas Pinkwart, der den Anlassbezug bei der Beantragung verkaufsoffener Sonntage zugunsten des Erhalts des Einzelhandels sowie der Attraktion von Städten neu formulierte. Die Rechtssicherheit zur Öffnung an ausgewählten Verkaufssonntagen zu schaffen sei elementar, damit Einkaufszonen in den Städten NRWs auch in Zukunft attraktiv blieben.

Um innerstädtische Geschäfte auch künftig gut erreichen zu können, seien zudem kluge Maßnahmen der Luftreinhaltung notwendig, um Diesel-Fahrverbote nach Möglichkeit einzudämmen. Insbesondere der Wirtschaftsverkehr könnte ansonsten erheblich leiden und den lokalen Handel massiv behindern.

Vier herausragende Azubis aus NRW „talkten“ mit Gisela Steinhauer, Michael Radau und Friedrich G. Conzen über ihre Ausbildung, Chancen und Herausforderungen (Foto: Volker Wiciok)

Visionen von der Einzelhandelswelt der Zukunft und die Attraktivität der Branche auch für Arbeitnehmer verdeutlichte eine anschließende Talk-Runde mit HVR-Vorsitzenden Friedrich G. Conzen, HV NRW-Präsident Michael Radau und vier erfolgreichen Nachwuchs-Kaufleuten: Dabei ging es um die veränderten Anforderungen an das Berufsbild, welches sich mit der Digitalisierung stark weiter entwickelt hat sowie um die zahlreichen beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten im Handel. Zu welchem Erfolg ein Beruf im Einzelhandel führen kann, zeigt die Vita von HV NRW-Präsident Michael Radau selbst: Der Münsteraner hat als Mitarbeiter eines kleinen Bioladens begonnen, ökologische Lebensmittel zu verkaufen, und ist heute Vorstandsvorsitzender der daraus entstandenen 26 SuperBioMärkten in NRW und Niedersachsen. Der Jahresempfang der Handelsverbände ist die Jahresleitveranstaltung der nordrhein-westfälischen Einzelhandelsorganisation. Unter den rund 250 Gästen der Veranstaltung begrüßte der NRW-Einzelhandel den Leiter der Abteilung „Innovationen und Märkte“ im Wirtschaftsministerium, Karl-Uwe Bütof (in Vertretung für NRW-Minister Prof. Dr. Andreas Pinkwart) und Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel, zahlreiche Abgeordnete der Parlamente, Bürgermeister, Vertreter des diplomatischen Corps und der Kommunalpolitik sowie Führungskräfte aus Handel und Wirtschaft.

Durch den Abend führte die aus Funk und Fernsehen bekannte WDR-Moderatorin Gisela Steinhauer. Für den musikalischen Rahmen sorgten Sascha Blejwas und Alex Clouet als akustisches Duo „Gitarre mal Zwei“.

Impressionen des Abends:

(@HV NRW, Fotos: Volker Wiciok)